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Blick ins Buch – read more
On 17. Oktober 2017 | 0 Comments | read more | Schlagwörter: , ,

… Was? Da. Kurz eingeblendet. Es braucht eine Weile, bis es zu mir durchgedrungen ist. Die Wahrheit. Dieser verdammte Kanadier ist ja jünger als ich. Der sah doch immer ganz gut aus. Früher. Und jetzt? Langsam aufkommendes Herzklopfen. Bis in den Hals fühle ich das stärker werdende Pochen. Und ich dachte, ich sähe noch ziemlich ansehnlich aus? Bis gerade. Ok. Mit den Jahren bin ich schon genügsamer geworden. Einiges habe ich mir still und heimlich bereits abgeschminkt. Oft bleibt nur noch die heimliche Sehnsucht nach dem nie wieder Erreichbaren. Die Arbeit nimmt nun den größten Teil des Wachseins ein. Der Körper geht, zugegebenermaßen, auch nicht mehr allzu oft an seine Grenzen. Warum auch? Alles hat sich reduziert. Selbst aus dem früher herbeigesehnten Elixier des Beischlafes ist ein Ritual geworden. Am Ende des Tages, auf der Couch beim Fernsehen eindösend? Never. Es reicht. Vergiss es. Nein. Schluss jetzt mit der Jammerei. Ich gebe dem seit langem in mir schlummernden Drängen nach. Zwei Tasten. Fernseher aus. Rechner an. Ich strecke meinen schmerzenden Rücken und setze mich gerade hin. Aus dem beliebigen Abend ist nun doch plötzlich ein bedeutsamer Abend geworden. Der, an dem dieses Buch seinen Anfang nimmt. Ich habe beschlossen, von meinen Abenteuern zu erzählen. Von den vielen Entscheidungen in meinem Leben. Ich treffe täglich eine Vielzahl, bewusst und unbewusst. Solche mit Tragweite und eher belanglose. Doch eines haben sie alle gemeinsam. Ich weiß vorher nie, was sie mit mir machen. Einige haben mich entscheidend verändert. Ich möchte erzählen, wie ich der »Survivor« geworden bin. Vom Anfang davor. Von dem, was danach kam und von allem dazwischen. Von allem, was in meinem Leben wichtig ist. Dabei erhebt meine Geschichte keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie ist bedingungslos aus meiner Sicht erzählt. So offen, wie ich fühle, so ehrlich, wie es geht. Doch sie bleibt, was sie ist: subjektiv erzählt. Vielleicht auch an der einen oder anderen hässlichen Stelle etwas beschönigt. Und die Wahrheit? Was ist schon mit der Wahrheit. Eine scharfe Abbildung der Realität? Oder das, was ich sehe? Das, was ich denke und fühle? Ja. Es ist immer ein Abbild meiner selbst. Meine Realität, meine Wahrheit. Von der ich ehrlich berichten kann. Jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge. Die Physiker behaupten, nur Naturgesetze sind allgemein und überall gültig und haben ewig Bestand. Mag sein. Und ohne Frage. Meine Realität, meine Wahrheit wird vergehen. Allerdings in recht absehbarer Zeit. Vielleicht, nein, wahrscheinlich wird etwas bleiben. Da bin ich mir schon sicher. Na ja. Ziemlich sicher zumindest. Hoffnung als Ursprung des Gedankens. Konzentrier dich jetzt. Der Monitor flimmert. Dokument neu. Der Cursor blinkt, ich beginne zu tippen: …

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